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Warum sind Solaranlagen schwarz?
22. September 2020

Warum sind Solaranlagen schwarz?


Für die Antwort auf diese Frage, braucht es eines kleinen Physikexkurs: Licht breitet sich in Form von Wellen aus. Je nach Wellenlänge nehmen wir verschiedene Farben wahr. Blaues Licht hat beispielsweise eine kürzere Wellenlänge als rotes Licht. Und weiss besteht aus ganz vielen Farben, die zusammen weiss wirken. Dies sieht man, wenn weisse Sonnenlichtstrahlen auf einen Wassertropfen fallen: Das Licht wird gebrochen, in seine farbigen Bestandteile zerlegt und es gibt einen Regenbogen. Trifft das Licht auf ein Objekt, werden gewisse Wellenlängen entweder absorbiert oder reflektiert. Die zurückgestrahlte Welle trifft auf unser Auge und wir nehmen sie als die Farbe des Gegenstandes wahr. Das, was wir als Schwarz wahrnehmen, ist eigentlich die Abwesenheit von Farben.

Ein schwarzer Gegenstand absorbiert das Licht vollständig und absorbiert (verschluckt) dadurch die Wärme. Genau das geschieht bei schwarzen Photovoltaikanlagen. Das ist so gewollt, denn es sollen ja möglichst alle Sonnenstrahlen absorbiert und in Strom umgewandelt werden. Eine graue oder weisse PV-Anlage würde vergleichsweise viel Sonnenlicht reflektieren, sodass nicht das gesamte Licht, das auf die Anlage trifft, zur Erzeugung von Strom genutzt werden könnte.

Trotzdem gibt nicht-schwarzen Solarzellen. Das Forschungs- und Technologieinstitut CSEM in Neuenburg hat weisse Solarmodule, die mit einer speziellen Schicht eingefärbt sind und sie weiss erscheinen lässt. Auch andere Farben oder Muster sind möglich, und je nach Einfärbung und Produkt betragen die Verluste wenige bis maximal 30%. Gut möglich also, dass wir in Zukunft vermehrt weisse oder bunte Solardächer und –fassaden sehen oder farbige Werbetafeln, die ihren eigenen Strom produzieren.


Quelle: Bundesamt für Energie, energeia am 15.09.2020

Bildquelle: Unsplash